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Sarah Diehl

 

Wie bist du zu ArrivalAid gekommen?

Das ist schon ganz schön lange her. Ich bin über die Stiftung „Gute Tat“ zu ArrivalAid gekommen. Aber ursprünglich nicht für die Anhörungs- und Integrationsbegleitung, damals gab es nur die Anhörungsbegleitung. Ich bin ursprünglich dazugekommen, um Events zu organisieren, Spendenlauf und so was. Das haben wir dann auch gemacht, ein einziges Mal. Es hat nicht besonders viele Spenden eingebracht. Aber die Organisation dafür war trotzdem sehr lustig. Das war der Sportcheck-Lauf 2017. Die Idee war eigentlich, dass man für jeden gelaufenen Meter spendet, aber letztlich hat das nicht so gut funktioniert. Aber es war sehr lustig.

Danach bin ich dabeigeblieben und in die Schiene der Anhörungsbegleitung reingekommen. Integrationsbegleitung habe ich auch schon einmal gemacht. Im Moment bin ich aber mit Arbeit und Studium relativ eingespannt und dann ist die Anhörungsvorbereitung praktischer.

Seit wann engagierst du dich?

Ungefähr seit März 2017.

Wie viele Stunden pro Woche engagierst du dich?

Das kommt immer drauf an. Manchmal sind es 2 bis 3 Anhörungen pro Woche, dann mal 3 bis 4 Wochen gar nichts. Ich würde sagen, so im Schnitt 3 bis 4 Stunden pro Woche.

Warum engagierst du dich bei ArrivalAid?

Ich finde die Arbeit sehr wichtig. Ich arbeite beruflich in der Verwaltung und ich weiß, dass es wahnsinnig schwierig ist, die ganzen Anträge und Situationen zu verstehen. Und noch viel schwieriger eben für Menschen mit Fluchthintergrund, die aus einem komplett anderen sozialen und kulturellen Umfeld kommen und gar kein Verständnis dafür haben, wie das hier alles funktioniert und warum. Dieses ganze Verfahren entscheidet ja über ihre weitere Zukunft und deswegen ist es so wahnsinnig wichtig, sie gut darauf vorzubereiten.

Hast du ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ein bestimmtes Erlebnis weiß ich gerade nicht. Aber es freut mich immer sehr, wenn ich eine Rückmeldung bekomme, so: Ja, es ist gut ausgegangen. Ich habe einen Aufenthaltsstatus bekommen. Das freut mich immer sehr. Teilweise ist es nämlich so, dass man von den Leuten nie wieder irgendetwas hört.

Würdest du anderen empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Auf jeden Fall. Ich habe auch versucht, Leute zu akquirieren. Allerdings ist das natürlich auch ein ziemlich heikles Thema mit den Fluchtgeschichten und allem Rechtlichen, was damit zusammenhängt. Deswegen habe ich es bisher leider noch nicht geschafft, Leute mit meiner Begeisterung anzustecken, aber vielleicht irgendwann.

Insgesamt finde ich es sehr wichtig sich zu engagieren. Ich habe davor ein anderes Ehrenamt gemacht und gerade war ich für ein halbes Jahr in Paraguay und habe für die UNESCO auch so etwas wie ein Ehrenamt gemacht. Und dementsprechend finde ich das einfach sehr wichtig.

Was bringt dir dein Engagement bei ArrivalAid auf persönlicher Ebene?

Ich finde es sehr spannend, Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund kennenzulernen und noch mehr darüber zu erfahren, wie deren Leben gelaufen ist. Man erfährt ja relativ viel, auch abseits der eigentlichen Fluchtgeschichte, über das Leben, wo die Leute herkommen, wie es da so ist. Das finde ich sehr spannend. Man lernt auch viele nette Leute kennen, weil die meisten anderen Ehrenamtlichen auch sehr nett sind. Es gibt natürlich immer Ausnahmen, aber bisher habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Möchtest du noch etwas sagen?

Was ich sehr spannend finde, ist, wie sich ArrivalAid entwickelt hat. Am Anfang war es ein sehr kleines Projekt und jetzt ist es schon fast wie eine NGO, mit relativ vielen Mitarbeitenden und so weiter. Respekt, was da alles so draus geworden ist.

Und ich freu mich natürlich immer, wenn sich mehr Leute finden, die sich einbringen möchten.