Christiana

 

Seit wann engagierst du dich?

Begonnen hat es für mich mit Deutsch-Üben Anfang August 2015 mit Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Richard-Strauss-Straße. Nach einer Einweisung habe ich dort im 1. Stock, in dem ca. 100 Männer in einem umfunktionierten ehemaligen Siemens-Großraumbüro wohnten, 2-mal in der Woche 15 bis 20 junge Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern in Deutsch-für-Anfänger unterrichtet. Es hat von Anfang an Freude und oft viel Spaß gemacht, auch wenn Lehrmaterial erst nach und nach zur Verfügung stand.

 Seit wann engagierst du dich bei ArrivalAid?

2016 habe ich ArrivalAid über eine Fortbildung zum Asylrecht entdeckt. Ich habe dort noch im gleichen Jahr die Schulung „Integrationsbegleitung“ absolviert und für die Gruppe aus meinem ersten Deutschkurs und für Kontakte über ArrivalAid wertvolle Infos zum Asylverfahren und für die weitere Integration in Ausbildung, Arbeit und zur Wohnungssuche erhalten.

 Seit Sommer 2016 nutze ich die Fortbildungen und Schulungen von ArrivalAid. Sie waren die einzigen, die Fortbildungen anboten, zu denen wir Helfenden am Anfang auch die Geflüchteten motivieren konnten, mitzugehen, da diese in die Sprachen Englisch, Arabisch und Dari übersetzt wurden, was die von mir begleiteten als Anerkennung ihrer Situation verstanden haben. Jetzt gibt es die Fortbildungen weiterhin in einfachem Deutsch für die Geflüchteten.

 Wie viel investierst du in dein ehrenamtliches Engagement?

Mit mehr oder weniger Zeiteinsatz und Energie habe ich in den drei Jahren inzwischen 14 Personen begleitet, davon habe ich zu 6 Personen weiter regelmäßigen Kontakt.

 Was beinhaltet deine Aufgaben in der Integrationsbegleitung?

Das reicht von intensiven Deutsch-Lern- und Hausuafgaben-Hilfen (auch für Berufsschulen), über die Suche und Anmeldung in Schul-Förderklassen – mit und ohne Alphabetisierung – suchen und anmelden, Hausaufgabenhilfe, Praktika suchen – zum Teil im Auftrag oder zusammen mit der jeweiligen Schule – Praktika begleiten, Entscheidungshilfe für den Ausbildungsweg geben, Ausbildungsplatz suchen, Bewerbung schreiben usw. Je nach akutem Bedarf auch immer noch Behördengänge, sie kommen aber auch mit anderen Fragen.

 Welches Erlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Am schönsten für mich ist, und das beflügelt meine Motivation immer wieder, wenn die jungen Männer Erlebnisse haben, an denen sie ihre Integration messen. So mache ich mit ihnen zusammen ihre Steuererklärungen, und das Geld, das sie aus der Steuerrückzahlung erhalten, wird von ihnen als Zeichen erlebt, dass die Steuergesetze für sie, wie für alle in Deutschland Arbeitende gelten.

 Was gefällt dir bei ArrivalAid?

ArrivalAid hat die Angebote und die ganze Organisation kontinuierlich an die Bedarfe und Bedürfnisse angepasst, z. B. mit erfahrenen Mitarbeitern und dem Betroffenen Anhörungen vorzubereiten, der Schaffung des Übersetzerpools, Veranstaltungen, der Weiterentwicklung der Angebote, Fortbildungen, genauem Zuhören für geänderte Anliegen, z. B. der Job-Messe, den Kooperationen im Netzwerk der Flüchtlingsorganisationen, jetzt aktuell auch Aktionen gegen rechts und vieles mehr. Nicht zuletzt auch das gute Supervisions-Angebot für alle Helfende, wenn es mal hakt – das ich auch schon sehr gerne in Anspruch genommen habe.

 Wie alle ehrenamtlich Helfenden habe ich mein eigenes Netzwerk, und ich habe auch an vielen anderen Fortbildungen im Migrationsbereich teilgenommen, vor allem aber die sehr qualifizierten Angebote mit Referenten aus den verschiedenen Bereichen und der Rückhalt über ArrivalAid sind für mich sehr wertvoll.