ArrivalAid Informationen
September 2016

Neuer Standort jetzt auch in Frankfurt am Main

Am 27. und 28. August 2016 haben die Ausbilder von ArrivalAid in Frankfurt 25 motivierte Ehrenamtliche zu Anhörungsbegleitern qualifiziert. In enger Partnerschaft mit der AWO Kreisverband Frankfurt, nimmt ArrivalAid damit die Arbeit dieser Tage auch in Hessen auf.

Für alle, die es noch nicht wissen und natürlich auch für alle, die es weitersagen möchten, hier noch einmal der Hinweis auf die ArrivalAid-Hotline: Sie haben Fragen zum Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)? Sie benötigen eilige Informationen, brauchen einen kurzfristigen Rat? In der Telefonsprechstunde erreichen Sie uns Montag und Donnerstag am Nachmittag persönlich:

Montag 16.00 - 17.00 Uhr
0152 - 5348 0064

Donnerstag 17.00 - 18.00 Uhr
0152 - 5348 0065
 
 

Veranstaltungen

Kino in der Münchener Stadtbibliothek
Ab 20. September 2016 lädt die Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig wieder jeden Dienstag um 15.00 Uhr zu "Willkommen im Kino", dem Filmprogramm für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ein. Der Eintritt ist kostenlos. Ein Bibliotheksausweis ist nicht erforderlich. Da das AV-Studio in der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig nur über eine begrenzte Platzzahl verfügt, werden Gruppen um vorherige Anmeldung gebeten:  stb.musikbibliothek.kult@muenchen.de


Benefizkonzert für und mit geflüchtete/n Jugendliche/n
Am 8.Oktober 2016 um 20.00 Uhr im Herkulessaal der Münchener Residenz

Das Orchester Neue Philharmonie München spielt unter der Leitung von Fuad Ibrahimov. Die jungen Musiker aus aller Herren Länder musizieren mit Gastmusikern aus Aserbeidschan. Zu dem Konzert sind 600 jugendliche Geflüchtete und ihre Mitschüler aus den Übergangsklassen und beruflichen Schulen eingeladen. Die Kolibri-Stiftung sucht noch Menschen bzw. Firmen, die Patenschaften für die Karten für junge Geflüchtete (je 20 Euro) übernehmen. Der beeindruckende Neil Tarabulsi, 12jähriger Flüchtling aus Syrien, eröffnet den Abend.

Karten unter: ticket@kolibri-stiftung.de
Alle Erträge kommen Flüchtlings- und Integrationsprojekten zugute.
Neil Tarabulsi - Wunderkind aus Syrien - YouTube


Das Netzwerk WILLKOMMEN in MÜNCHEN... 
...bietet eine Vielzahl von Schulungen, Veranstaltungen und Aktivitäten an – teilweise auch in relevanten Fremdsprachen. Details finden Sie hier.

Interkulturelle Woche 2016
In diesem Rahmen veranstaltet die Interkulturelle Akademie der Inneren Mission München am 28. September 2016 (14.00 – 18.00 Uhr) einen Fachtag zum Thema „Geflüchtete Frauen – Schutz bieten, Perspektiven entwickeln“. Eingeladen sind Hauptamtliche sowie (längerfristig) ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich (Anmeldefrist: 21. September 2016). Näheres zu Programm und Inhalt finden Sie hier.
 

Altagshilfe

Unter diesem Link finden Sie eine Sammlung von nützlichen und informativen Erläuterungen zum Alltag von Asylsuchenden in den wesentlichen Sprachen der häufigsten Herkunftsländer.
 

ArrivalAid-Buchtipp

„Bekenntnisse eines Menschenhändlers“

Der Titel liest sich wie ein Krimi, mit dem Untertitel „frei nach einer wahren Begebenheit“ – das Buch ist noch viel spannender als ein Krimi, aber nicht „frei nach …“ sondern voller wahrer Begebenheiten. Andrea Di Nicola, Experte für organisierte Kriminalität, lehrt als Kriminologe an der Universität Trient. Gemeinsam mit Giampaolo Musumeci, Journalist, Fotograf und Dokumentarfilmer, hat er sich auf eine mutige Recherchereise entlang der Hauptrouten illegaler Immigration begeben. In Gesprächen mit Anwerbern, Schleppern und den Organisatoren lassen die Autoren ein erschreckendes Bild entstehen. Sie zeigen hochprofessionell organisierte Kriminalität, an deren Spitze skrupellosen Berufsverbrecher in feinen Anzügen stehen. Mit Hilfe von manchmal armseligen Figuren machen sie mit der Not und dem Leid der Flüchtlinge so lukrative Geschäfte, dass ihre Verdienste in Milliardenhöhe an die des weltweiten Drogengeschäftes heranreichen.
 
„… Laut einem Bericht der „Daily Mail“  schleust Fahrudin (kurdischer Schleuser) jedes Jahr ungefähr 5000 Flüchtlinge nach Großbritannien ein. Nimmt man seinen Mindestpreis von 2000 Euro pro Kopf, macht das einenJahresumsatz von 10.000.000 Euro“

Die Verfasser präsentieren Fakten, Namen und Zahlen – und sogar eine umfangreiche Preisliste. Wie bei einer gut geführten Reiseagentur können Interessenten sich informieren, zu welchem Preis, welches Ziel erreichbar ist. Die Liste enthält in Dollar gestaffelt die Spitzenpreise für die Wege von

China - USA 40.000-70.000

Afghanistan - London 25.000

Vietnam - Europa 28.000

über mittlere Kosten für

Irak Deutschland 7.000-14.000

Bangladesh-Brasilien 10.000

Bis zu „preiswerteren“ Angeboten wie

Türkei - Italien 2.500-5.000

Mexiko - USA 100-4.000

 
Die enormen Summen werden von Vertrauensmännern der Bosse eingesammelt und nach festen Regeln verteilt:
 
„…In dem Koffer liegen 148.000 Dollar. Der Juwelier verschwindet in einem Hinterraum, legt das Geld in den Tresor. Dann kramt er einen Block hervor mit zweigeteilten Blättern, die größere Blatthälfte ist für ihn, der kleinere Zettel wird abgetrennt. In ungelenker Schrift scheibt er auf beide Teile: „140.000“ und einen Namen. Muhtesem Türk. Dann reißt er den Zettel ab und reicht ihn dem Mann. …. Eine Woche später hat die Fracht ihren Zielort erreicht…“

Erst wenn durch einen Anruf bestätigt wird, dass die „Fracht“ – in diesem Fall 37 Menschen – angekommen ist, geht der Mann wieder zum Schmuckhändler und holt das Geld mit seiner Hälfte des Zettels ab. Als er den Laden verlässt, sind im Koffer „nur“ noch 140.000 Dollar – 8.000 behält der Juwelier dafür, dass er das Geld eine Woche in seinem Safe verwahrt hat.

Beeindruckende Interviews, berührende Fotos und kenntnisreiche Details machen das Buch zu einem ganz außergewöhnlichen und überaus lesenswerten Zeugnis unglaublich ausgefeilter, krimineller Strukturen.


„Bekenntnisse eines Menschenhändlers“ | Andrea Di Nicola/Giampaolo Musumeci | Kunstmann | 18,95 Euro | Kindle | 14,99 Euro


Redaktion: Dr. Katja Doubek