ArrivalAid Informationen
Mai 2016

Ein neuer Service von ArrivalAid:

Ab 1. Juni 2016 geschaltet,

Die ArrivalAid-Hotline

Sie haben dringende Fragen zum Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)? Sie benötigen eilige Informationen, brauchen einen kurzfristigen Rat?Über unsere Hotline erreichen Sie Gabriele Matthes und David Offenwanger Montag und Donnerstag am Nachmittag persönlich:

0152 534.800.64 - David Offenwanger - Montag 16.00 - 18.00 Uhr

0152 534.800.65 - Gabriele Matthes - Donnerstag 15:00 - 17:00 Uhr

 

SAVE THE DATE

ArrivalAid braucht weitere ehrenamtliche Anhörungsbegleiter. Am 16. und 17. Juli 2016 bieten wir ein Ausbildungswochenende an. Details und Informationen teilen wir in einem Sonder-Newsletter in Kürze mit.

 

Und noch etwas in eigener Sache:

Die Statistik zeigt es, die Medien greifen es auf. Zwar kommen in Deutschland derzeit nur wenige Flüchtlinge an, doch die Zahl der neu gestellten Asylanträge steigt. Insgesamt sind in diesem Jahr schon 246.000 neue Anträge auf Schutz vor Krieg und Verfolgung beim BAMF eingegangen. Knapp 61.000 waren es im vergangenen Monat, das ist ein Plus von 124 Prozent zum April des Vorjahres.

Grund dafür ist, dass mit verbesserter Technik und zusätzlichem Personal mehr Menschen registriert werden. Auch für ArrivalAid bedeutet diese Entwicklung erhöhte Anforderungen an die ehrenamtlichen Anhörungs-Begleiter und natürlich eine logistische und finanzielle Herausforderung. In diesem Zusammenhang bedanken wir uns herzlich bei www.total-hilft.de für eine großzügige Spende! Wir freuen uns sehr über die Unterstützung.

 

Apropos Unterstützung …

Immer mehr Unternehmen und Unternehmer/innen spenden erhebliche Summen und/oder entwickeln Ideen und Projekte, um ihren Beitrag zum Thema Integration zu leisten:

So auch Ralph Dommermuth, Aufsichtsratschef von United Internet, der einen gewichtigen „Stein ins Rollen“ brachte. 36 Unternehmen der deutschen Wirtschaft fanden sich Anfang des Jahres, um eine gute Idee zu verwirklichen. Heute, wenige Monate später, sind es bereits 76 Teilnehmer, die sich langfristig verpflichtet haben, Geflüchtete aktiv zu unterstützen. Die Gedanken und Ansätze sind kreativ, sinnvoll und inspirierend – ein Besuch auf der Seite www.wir-zusammen.de lohnt sich.

Gelohnt hat sich auch die Aktion der Drogerie Müller. Die Handelskette stellte 3.000 Metalldosen in ihre Filialen und sammelte knapp 5,3 Tonnen Kleingeld.
Unternehmensgründer Erwin Müller rundete die ausgezählten 250.000 Euro auf und verdoppelte den eingenommenen Betrag aus eigener Tasche auf 520.000 Euro.

Auch mit weniger Geld kann Menschen geholfen werden. Wie das mit Engagement und Kreativität geht, zeigt der Jahresbericht des Vereins Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.

Jahresbericht: Im Jahr der Flüchtlinge - einfach anklicken und blättern

 

SCHULE – Etwas zu Berufsschulen und Ü-Klassen

Viele Kinder und Jugendliche, zu wenig Pädagogen und Betreuer. Die folgenden Artikel zeigen: Die Probleme sind erkannt, die Lösungen noch nicht allumfassend realisiert – aber es geschieht etwas. 


Die Schulen, die Flüchtlinge und die Integration: Im Notfallmodus

Junge Asylbewerber und Flüchtlinge können in ganz Bayern Berufsintegrationsklassen besuchen

Flüchtlingskinder: Wie gehen bayerische Schulen mit den Neuzugängen um

 

Zeitung, in der Flüchtlinge selbst schreiben können

International wird durchgängig über Flüchtlinge berichtet und geschrieben. Dieses Forum präsentiert sich als Zeitung, in dem Geflüchtete selbst schreiben. Sie erzählen Geschichten aus ihrer Heimat und schildern ihre Eindrücke und Erlebnisse aus der fremden Welt, die ein neues Zuhause werden soll. www.neulandzeitung.com 
 

KUNST UND KULTUR

Es ist vermutlich Zufall, dass die Zeitung „Neuland“ so heißt wie ein vielbeachteter Dokumentarfilm, der aus der Schweiz stammt und vor einiger Zeit mehrfach preisgekrönt wurde:

Neuland - Trailer

Mehr Kino und Filme gibt es jeden Dienstag im AV-Studio in der Musikbibliothek der Münchener Stadtbibliothek:

Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig · München Au-Haidhauen - KINO.de
 
Die Vorführungen finden jeden Dienstag um 15.00 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos, ein Bibliotheksausweis ist nicht erforderlich. Das Studio verfügt nur über eine begrenzte Anzahl an Plätzen – bitte melden Sie sich unter dieser E-Mail-Adresse an.

Und noch ein interessanter Impuls kommt in diesen Tagen aus der Schweiz.

Christoph Homberger, Schweizer Sänger, Schauspieler und Theatererfinder kennt die großen Häuser der Welt. Die Bühnen von Amsterdam, London, New York, Paris, Wien und natürlich seiner Geburtsstadt Zürich waren sein Zuhause. Jetzt initiierte er eben dort ein ungewöhnliches Projekt. Hombergers „Flüchtlingschor“ bewegt die Zuhörer.

Montagschor

Eine große Kunst ist das Design von funktionalen und gleichzeitig ästhetisch ansprechenden Alltagsdingen. Dass manch „Stilles Örtchen“ besondere Aufmerksamkeit verdient, zeigt folgender Entwurf:

Multikulti-Toilette - Bento.de

Britische Studenten näherten sich dem Thema „Alltag von Flüchtlingen“ auf ganz andere Weise. Sie entwickelten einen Mantel, der bei Bedarf als Zelt und/oder Schlafsack genutzt werden kann.

Kleidungsstück für Flüchtlinge: Mantel verwandelt sich in Zelt oder Schlafsack

 

Und last but not least -

Der ArrivalAid Buchtipp:


„HAUPTSACHE WEG – Flüchtlinge erzählen“
„Ich glaube, wenn Menschen sich darauf vorbereiten, ihr Land zu verlassen, schmeißen sie ihre Seele weg und geben sie an Gott ab. Jeder weiß, dass viel Schlimmes passieren wird. Wenn wir unsere Seele nicht abgeben würden, könnten wir so eine Reise gar nicht bewältigen.“ Berevan Gwan, Kurdin aus Syrien
Auf den ersten knapp 100 Seiten des zweigeteilten Buches kommen Geflüchtete aus aller Welt zu Wort. Sie erzählen Geschichten von Leid und Hoffnung, von Binnenflucht und geldgierigen Schleppern, von gebrochenen Versprechen und gehaltenen Versprechungen, von Urteilen und Vorurteilen, von Gewalt und Hilfsbereitschaft, von Heimweh nach Zuhause und glücklicher Ankunft in einer neuen Heimat.
In einfachen Worten beschreiben die Protagonisten Unbeschreibliches. Bilder entstehen. Als Lektüre oft schwer zu ertragen. In der Realität 1.000 und ein Grund, zu fliehen. Armut, Hunger, Willkür. Brennende Männer und Frauen. Erschossene Kinder. Doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist stärker als alles Erlebte. Und so mischen sich am Ende langer Reisen positive Bilder in das Grauen. Bilder von Freundschaft, Hilfe, Wärme, Respekt und Wertschätzung.
Gemeinsam mit seinen Co-Autoren Karl Hubert Kerschbaum und Uwe Schulz-Wallenwein gelingt Tobias Kley durch den zweiten Buch-Teil ein Plädoyer für Toleranz und ein Miteinander der Kulturen.

HAUPTSACHE WEG - Flüchtlinge erzählen | Tobias Kley | SCM Verlag | 2016.
Direkt zu bestellen bei
shop@getawaydays.org, 14,95 Euro. Der Gewinn fließt an Getawaydays und zwei Flüchtlingsorganisationen.

 

Redaktion: Dr. Katja Doubek